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Eigenartige Bettgenossen: GMO- und Impfindustrie

Im September 2018 veröffentlichte Dr. Mercola einen bemerkenswerten Artikel [1]. Er spricht hier über „Astroturfing“ und die Gemeinsamkeiten von GMO- und Impfindustrie.

Hier ein paar Beiträge meinerseits zum Thema GMO:

„Astroturfing“ – ein neuer Begriff, den man sich merken sollte

Als „Astroturfing“ wird bezeichnet, wenn bestimmte Interessensgruppen fingierte Kampagnen initiieren, die sich gegen oder für bestimmte Anliegen und Interessen auf Basisniveau richten. Unter Basisniveau bezeichne ich hier zum Beispiel im Internet „Menschen wie du und ich“, die ein bestimmtes Anliegen haben, dieses diskutieren und recherchieren. Zu diesem Anliegen tauchen dann Foren, Webseiten, Ratgeber etc. auf, die scheinbar ebenfalls von „Menschen wie du und ich“ betrieben und begleitet werden. In Wirklichkeit aber werden diese Ratgeber etc. von organisierten Interessensgruppen betrieben, über die sie an der Basis direkt Einfluss auf die Meinung der Betroffenen nehmen können.

Die Definition von „Astroturfing“ laut Cambridge Wörterbuch [2] lautet wie folgt: „Die Praxis einer Firma, positive Kommentare über das eigene Produkt oder Dienstleistung zu platzieren oder für die Veröffentlichung zu bezahlen, während der Schein erweckt wird, dass diese von normalen Mitgliedern der Gesellschaft herrühren.“

Das englische Wort für diese Basis beziehungsweise „Ottonormalverbraucher“ wird als „grassroots“ (Graswurzeln) bezeichnet. Astroturfing bezieht sich von der Wortkreation her auf „künstliches Gras“, „Astro Turf“ (turf = Rasen) [3] oder „künstliche Graswurzelbewegung“. Und, „AstroTurf“ ist ein Markenname für einen Kunstrasen, der in Sportstadien verwendet wird.

Die so getarnten Astroturfer betreiben dann Blogs, veröffentlichen Briefe, betreiben Facebook- und/oder Twitter-Accounts, editieren Wikipedia-Seiten oder tummeln sich in den entsprechenden Foren, um dort als vermeintliche Einzelperson die entsprechenden Glaubensbekenntnisse zu verbreiten. Und dies ist nicht nur hier und da mal jemand, sondern es handelt sich um organisierte Heerscharen von „Einzelpersonen“, die durch die Masse gleichlautender Fehlinformationen die Meinungen ihrer Adressaten beeinflussen wollen. In vielen Fällen verbreiten sie auch zielgerichtet sich widersprechende Informationen zu einer Fragestellung. Dies hat den Effekt, dass nach gewisser Zeit niemand mehr so richtig weiß, was richtig und was falsch ist, worum es geht und was man nun letztendlich zu glauben hat. Diese Strategie ist besonders empfehlenswert, wenn der Astroturfer unliebsame Wahrheiten und Fakten unter einem Berg von verwirrenden Informationen begraben möchte. Nach einiger Zeit ist er es dann, der dann mit der erlösenden „Wahrheit“ einher kommt.

Woran erkennt man einen Astroturfer?

Die hauptsächliche Absicht eines Astroturfers ist, seine Leserschaft davon zu überzeugen, dass es für das eigentliche Anliegen bereits eine breite Basis gibt, die für oder gegen das Anliegen, um das es hier geht, stimmt. Auf diese Weise holt man den Leser zu sich ins Boot und gibt ihm das Gefühl, Teil einer Mehrheit zu sein, die nicht irren kann. Und es ist ja auch so toll, sich mit Gleichgesinnten nach Herzenslust auszutauschen.

Welches sind nun die äußeren Kennzeichen, die die Vermutung nahelegen, dass man es hier mit einem Astroturfer zu tun haben muss?

Das wichtigste Kennzeichen ist die Sprache, derer sich diese „Experten“ bedienen. Diese Sprache zeichnet sich aus durch ein Sammelsurium von verhetzenden, häufig benutzten und immer wiederkehrenden Vokabeln, wie anti, spleenig, Quacksalber, Außenseiter, pseudowissenschaftlich, entlarven, Verschwörungstheorien, Lügner und Leugner, Abfall-Wissenschaft etc. Diese Vokabeln ersetzen häufig die sonst notwendigen Argumente.

Sie lieben es, Mythen zu entlarven und beseitigen, obwohl die angesprochenen Fragen überhaupt keine Mythen sind. Auf der anderen Seite behaupten sie, dass Diskussionen zu bestimmten Sachverhalten längst vorbei und geklärt sind, obwohl nichts vorbei und nichts geklärt ist. Immer wieder behaupten sie dann, dass „jeder weiß“ oder „jeder zustimmt“, obwohl es kaum jemanden gibt, der seine Zustimmung zu dem Sachverhalt gibt.

Astroturfer attackieren und stellen Personen, Medien und Fachleute in ein fragwürdiges Licht anstatt sich an Fakten zu halten. Sie haben ein ausgesprochenes Bedürfnis, anderslautende Meinungen zu zensieren und zum Schweigen zu bringen, statt sie zu widerlegen. Ein nahezu untrügerisches Zeichen für Astroturfing ist, wenn skeptische bis diffamierende Aussagen über Leuten gemacht werden, die Missstände und Betrügereien aufdecken, anstatt die Betrüger zu kritisieren. Astroturfer verteidigen in der Regel Betrüger und Skandale, da genau dies der Boden ist, auf dem ihre Auftraggeber agieren. In anderen Worten: Anstatt sogenannte „Autoritäten“ infrage zu stellen, werden die infrage gestellt, die diese „Autoritäten“ infrage stellen.

Ein interessanter Beitrag in YouTube von Sharyl Attkisson [4] erklärt dies alles noch einmal und gibt auch prominente Beispiele, wo Astroturfing gang und gäbe ist, wie zum Beispiel in Wikipedia. Laut ihren Angaben ist Wikipedia die ideale Plattform für Astroturfer und damit inzwischen weit entfernt, eine ernst zunehmende Enzyklopädie zu sein. Ausnahmen dabei bestätigen die Regel.

Wer sind die Astroturfer?

Die Zahl der Astroturfer, beziehungsweise der Auftraggeber zum Astroturfing, hat sich explosionsartig vervielfacht. Und diese Astroturfer tummeln sich praktisch in allen Bereichen.

Ein besonders lustiges Beispiel für Astroturfing ereignete sich in Japan bei McDonald’s. Hier versuchte McDonald’s mit einem Trick einen Hype zu erzeugen, der die Einführung des „Quarter Pounder“ betraf. Am Tag der Einführung in Osaka erzielte McDonald’s einen absoluten Umsatzrekord.

Wie sich herausstellte hatte McDonald’s 1000 Teilzeitangestellte rekrutiert, die sich in Schlange und noch vor Mitternacht vor die Filialen aufstellten und warteten und somit den Eindruck erweckten, dass alle Welt nur auf den neuen „Quarter Pounder“ wartet. Diese angeblichen Kunden wurden für ihre Wartezeit bezahlt plus einen „Quarter Pounder“ umsonst zum Frühstück. Stundenlohn der „Kunden“ war elf Dollar pro Stunde [5].

Eine Flut von Beispielen für Astroturfing bietet ausgerechnet in einem Beitrag von Wikipedia über Astroturfing. In der deutschen Ausgabe [6] gibt es etliche Beispiele für Deutschland und den Rest der Welt. Hier treffen wir auf mehr oder weniger alte Bekannte, wie zum Beispiel den Bundesverband Landschaftsschutz, die Gesellschaft zur Information über Vitalstoffe und Ernährung E. V. der Pharmaindustrie, der Bundesverband Medizintechnologie, Bürger für Technik der Atomindustrie und so weiter.

Weiterer Auftraggeber für Astroturfing sind die Deutsche Bundesbahn, RWE, Deutsche Telekom, Vattenfall etc.

Ich empfehle, diese Wikipedia-Seite schnell aufzusuchen, bevor auch diese verschwindet oder „korrigiert“ wird. Zu Wikipedia und seinen Praktiken hatte ich im Jahr 2012 diesen Beitrag gebracht: Wenn Wiki einen Watcher hat.

Astroturfing Bettgenossen

Auch hier wird die gleiche Masche gefahren. Beide Kategorien wenden sich an die Basis mit scheinbar besorgten Individuen, die über Blogs, Foren etc. ihrer Besorgnis Ausdruck verleihen und die gewünschte Meinung langsam und Stück für Stück auf den Punkt bringen. Aber dabei bleibt es nicht.

Nicht selten sind die „besorgten Individuen“ in beiden Kategorien professionell unterwegs. Das heißt sie beeinflussen die Diskussion um Impfungen, wie auch die Diskussion um genetisch modifizierte Pflanzen. In der einen wie in der anderen Kategorie toben sie sich so aus, wie ich das bereits weiter oben beschrieben habe: Beleidigungen, Verunglimpfungen, Vermutungen, die als Fakten geglaubt werden müssen etc. sind hier an der Tagesordnung. Und es ist kein Zufall, dass GMOs und Impfungen, die erst einmal nicht so viel miteinander zu tun haben, von dieser Industrie propagandistisch „in einem Aufwasch“ aufgearbeitet werden.

In beiden Kategorien macht man es sich leicht, indem man einfach frech behauptet, dass die Wissenschaft zu eindeutigen Ergebnissen gekommen ist (die natürlich nur für Impfungen und GMOs sprechen). Da ist dann jede weitere Diskussion überflüssig. Wer dies nicht widerspruchslos hinnimmt, der wird entsprechend zurecht gestaucht.

Das Ganze erinnert dann an mittelalterliche Verfolgungs- und Foltermethoden, wo Abtrünnige, Verräter und Häretiker verfolgt und physisch zum Schweigen gebracht wurden. Heute sind diese Praktiken mit der gesetzlichen Grundlage nicht mehr zu vereinbaren. Daher vollzieht sich dieser ganze Prozess auf einer psychologischen und psychosozialen Ebene, wo nicht der Verräter kaltgestellt wird (oder kalt gemacht), sondern sein Ruf und unter Umständen, je nach Bekanntheitsgrad, seine Existenz. Ein aktuell besonders eindringliches Beispiel ist die Beseitigung von Dr. Goetzsche aus dem Cochrane Institut und dem Krankenhaus in Kopenhagen, in dem er tätig war. Hier hat das Astroturfing auf hohem Niveau seine ganze Effizienz zeigen können.

Inzwischen gibt es auch „Experten“ für Astroturfing, die nichts anderes zu machen scheinen, als im Bereich Pharmaindustrie und Biotechnologie den entsprechenden Konsens an der Basis vorzubereiten. Es sind die gleichen Figuren für beide „Fachgebiete“. Es können auch die gleichen Figuren sein, denn es geht hier nicht um inhaltliche Fragen. Darum ist es beim Astroturfing, wie bereits gesehen, noch nie gegangen. Es geht nur darum, die Gegner zu verunglimpfen und als Vollidioten zu charakterisieren. Für solche geistigen Ergüsse braucht der Astroturfer noch nicht einmal Abitur, sondern eine einigermaßen gute Handhabung der eigenen Sprache mit Rechtschreibung und Grammatik. Denn er muss ja seine Botschaften einigermaßen deutlich rüber bringen, und wissen dass man Idiot nicht mit Y schreibt.

Was in diesem Zusammenhang auch auffällig ist, dass Astroturfer für Impfgegner und GMO-Gegner praktisch die gleiche Terminologie zum Einsatz bringen. Auch hier wundert man sich, wo man es doch mit zwei unterschiedlichen Sachgebieten zu tun hat. Aber diese Terminologie und die psychischen Angriffe auf die Gegner sollen diese zur Aufgabe zwingen und alle drum rum, die mitlesen, davon überzeugen, dass nur die Astroturfing-Wahrheit die eigentliche Wahrheit ist. Inhalte würden hier nur stören. Und man müsste sich als Kritiker dieser Gegner gleich mit zwei verschiedenen Sachgebieten auseinandersetzen und sich dort kundig machen, was viel Arbeit bedeutet und gleichzeitig einiges an Voraussetzungen und Kompetenz mit sich bringt.

Da macht man es sich einfach, indem man Impfungen und GMO als wissenschaftlich erwiesen sicher definiert, auch wenn man das nicht so richtig belegen kann. Und wer diese Meinung nicht teilt oder zu kritische Fragen stellt, der wird einfach als möglicher Killer abgestempelt oder anderweitig „gebrandmarkt“.

Der nächste Schritt ist, GMO und Impfungen auch inhaltlich irgendwie zusammen zu schweißen. Jetzt gibt es die entsprechenden „Beiträge“, die uns allen klarmachen wollen, dass GMO eine vitale Rolle jetzt auch in der Medizin und bei Impfungen spielen. So gibt es einen Beitrag in einer Online-Zeitschrift, der erstens das alte Lied vom Impfen als Sieger über Infektionskrankheiten anstimmt, und zweitens jetzt festgestellt haben will, dass die molekularbiologischen Hintergründe der Impfung genau denen der Schaffung von GMO entsprechen.

Ob das wirklich so ist, das interessiert niemanden. Hauptsache ist, dass man diese beiden Gebiete in ein Bett bringt und jeder diese Bettgemeinschaft als natürlich und selbstverständlich erachtet. Selbstverständlich sind Fragen nach dem molekularbiologischen Hintergrund, der beiden gemeinsam sein soll, strengstens untersagt, denn man könnte ja aus wissenschaftlicher Sicht zu vollkommen anderen Schlüssen kommen.

Fazit

Astroturfing ist die neue Form der Hexenjagd im Internet. Wie in grauen Vorzeiten, wo die Erde noch eine Scheibe war, müssen wir jetzt wieder an Phänomene glauben, die so unwahrscheinlich sind wie eine Erdscheibe. Wer dieses Glaubensbekenntnis nicht mit betet, der landet heute in der psychologischen Folterkammer von Industrie und Politik.

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Quellen:

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