Impfstoff-Produktionswerk hat in Dresden über 14 Jahre lang mit Influenza-Viren belastete Abwässer in die Elbe entsorgt

Impfstoff wird aus Ampulle aufgezogen

GlaxoSmithKline ist eine britische Pharmafirma, die zu den zehn größten Pharmafirmen der Welt gehört. Gleichzeitig handelt es sich bei dieser Firma auch um einen Rekordhalter in Sachen Verstößen gegen Auflagen und einer der Spitzenreiter bei Skandalen. Die zwei bekanntesten Fälle sind Avandia und Pandemrix.

Avandia war ein Medikament gegen Diabetes, welches vom Markt genommen werden musste, da im Zusammenhang mit dieser Substanz Diabetiker vermehrt Herzinfarkte und plötzliche Herztode zu verzeichnen hatten. Das Pikante hier ist, dass Glaxo diese „Nebenwirkung“ bereits bei der Markteinführung kannte. Dieses hatte zur Folge, dass in den zehn Jahren seiner Marktexistenz Avandia für rund weltweit 80.000 Todesopfer verantwortlich gemacht werden darf:Pharmaindustrie verschweigt massive Nebenwirkungen – Ärzte wurden unter Druck gesetzt: Der Avandia-Fall.

Beim Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix wissen wir heute, dass er für ein vermehrtes Auftreten von Narkolepsie verantwortlich ist. Hier war die Sachlage genau umgekehrt: Die Firma wusste bei der Einführung nichts von möglichen Nebenwirkungen, weil dieser Impfstoff im Eilverfahren hergestellt und zugelassen worden war: Narkolepsie durch Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix: So sehen angeblich „sichere“ Impfstoffe aus…

Dazu kommen noch weitere Verstöße:

Die „bösen Buben“ der Pharmaindustrie beim Schummeln erwischt.
Die besten Medikamente zum Krankwerden?
Die Schweinegrippe 2009 – Der Skandal danach.

Und laut der englischen Ausgabe von Wikipedia gibt es eine Liste von gerichtlichen Verurteilungen durch Strafgerichte in den USA. Im Jahr 2012 wurde Glaxo zu einer Strafzahlung von 3 Milliarden USD verdonnert. Die Gründe hierfür waren gleich eine ganze Liste von Verfehlungen, wie dem nicht zugelassenen Einsatz von Antidepressiva bei Kindern und Jugendlichen, das Fehlen von Sicherheitsdaten für Avandia, unerlaubter Einsatz von zwei Inhalatoren und so weiter und sofort.

Trotz der vielfachen Verurteilungen scheint man bei Glaxo so weiterzumachen wie bisher. Denn auch 3 Milliarden USD Strafe sind schlussendlich keine wirkliche Strafe, sondern bestenfalls finanzielle Kollateralschäden bei Multimilliarden-Geschäften. Oder mit anderen Worten: Wenn ich mit illegalen Aktivitäten mehrere Milliarden Dollar einfahre, dann bleiben nach Abzug auch von massiven Strafzahlungen immer noch signifikante Summen übrig, die das unrechtmäßige Treiben attraktiv machen.

Aber auch in Sachen Umwelt scheint man bei Glaxo viel dafür zu tun, möglichst große Schäden anzurichten.

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Die Elbe hat die Grippe

Ein Artikel der Zeitung „Sächsische.de“ ist bereits im Jahr 2017 veröffentlicht worden. Dennoch ist es interessant zu sehen, welche Einstellung Glaxo zu Umweltfragen zu haben scheint.
Hier erfahren wir, dass ein Impfstoff-Produktionswerk von Glaxo in Dresden über 14 Jahre lang mit Influenza-Viren belastete Abwässer in die Elbe entsorgt hat.

Das hört sich auf den ersten Blick nach einer dieser „Verschwörungstheorien“ an: Erst erzeugt die Pharmafirma ein Problem, die Infektionen mit Grippeviren über die Verseuchung von Gewässern, um dann mit den entsprechenden Produkten, ihren Impfseren, die Lösung des Problems anzubieten.

Denn:
Laut Aussage der Zeitung stelle das Unternehmen in Dresden, „als Teil eines Weltkonzerns“, „hochwirksame, verträgliche und bezahlbare Grippeimpfstoffe her.“ Aber die Abgabe von mit Viren belasteten Abwässern in die Elbe sei ein klarer Verstoß gegen die Betriebsgenehmigung gewesen.

Da Kläranlagen nicht in der Lage sind, Viren entsprechend effektiv zu entfernen, wäre es die Aufgabe von Glaxo gewesen, ihre Abwässer selbst so aufzubereiten, dass die von der Firma verwendeten Viren zur Impfstoffherstellung entfernt worden wären.

Erklärung für dieses Fehlverhalten seitens Glaxo war, dass angeblich zwischen 2001 und 2003 beim Umbau im damaligen Serumwerk ein paar Abläufe bei Reinigungsräumen falsch angeschlossen worden waren. Und dies sei der Grund gewesen, warum die Abwässer unbehandelt in die Kanalisation abgegeben wurden.

Als dann bei Umbauarbeiten im Jahr 2017 die falschen Anschlüsse entdeckt wurden, habe sich das Unternehmen bei den zuständigen Behörden „selbst angezeigt“. Und natürlich wurde auch der Fehler korrigiert. Das hört sich doch sehr nach Verantwortungsbewusstsein und aufrichtiger Reue an. Und man ist aufgrund des Zeitungsartikels sofort zur Milde geneigt, denn so ein Pharma-Unternehmen „ist schließlich auch nur ein Mensch“, die immer mal wieder Fehler machen.

Auch an der Elbe nichts Neues

Wir sehen hier also eine angeblich von Reue und Verantwortung zerknirschte Firma, die sich sogar selbst angezeigt hatte. Hatten ihre Untaten also eine so große Auswirkung auf Ökologie und Menschen? Moment mal. So war das nicht gemeint!

Denn:
Jetzt kommt die übliche Kleinrederei dessen, was man zuvor pompös als Problem dargestellt hatte, zu der sich die Firma vor lauter Verantwortungsbewusstsein triefend bekannt hatte. Denn von Seiten der Firma wurde hoch und heilig versichert, dass der Fehler „zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Mensch, Natur und Umwelt“ dargestellt habe.

Nein! Das, was hier falsch gelaufen war, hatte selbstverständlich nie ein Gefährdungspotenzial für die Bevölkerung von Dresden. So kommt das Dresdener Gesundheitsamt dem Unternehmen zur Hilfe.

Es gibt also Influenza-Viren im Abwasser, aber keine Gefahr, sich damit anzustecken. Denn es gibt gleich mehrere Gründe, warum dies unmöglich sein soll. Denn 1. übertragen sich Grippeviren über Tröpfcheninfektionen und nicht über Abwässer; und 2. seien sie gegenüber Umwelteinflüssen und Chemikalien unbeständiger. Und für alle die, die Abwässer saufen, gibt es die gute Nachricht, dass die Magensäure die Viren „inaktiviere“.

Noch einmal zur Erinnerung: Der Bericht stammt aus dem Jahr 2017. Da gab es noch kein Covid-19. Würden wir in diesem Bericht dem Begriff Grippeviren durch SARS-CoV-2 ersetzen, wie sähe dann die Berichterstattung aus? „SARS-CoV-2-verseuchte Abwässer von Pharmafirma in die Elbe abgeleitet“ – würde so ein Beitrag überhaupt veröffentlicht werden dürfen? Würde dann das örtliche Gesundheitsamt auch vollmundig behaupten wollen, dass zu keinem Zeitpunkt eine Infektionsgefahr bestanden hätte?

Nachdem das Gesundheitsamt bei der Bagatellisierung der mit Grippeviren belasteten Abwässer ausgeholfen hatte, kommt auch die Stadt Dresden in Person des Rathaussprechers dem Unternehmen zur Hilfe. Denn das alles sei kein Problem, da „das mit Viren belastete Wasser mit anderem Abwasser im Kanal stark verdünnt“ werde. Und weil dem so sei, „gehe man davon aus“ (assumption is the mother of all fuck-ups), dass am Abfluss des Klärwerks nur noch sehr geringe Konzentrationen des Virus gegeben seien.

Danach kommt noch das sächsische Umweltministerium zu Wort, die dem Unternehmen ebenso die Absolution erteilt. Denn das Ministerium hält es für unwahrscheinlich, dass Fische und andere Tiere gefährdet worden seien. Also ein Verstoß ohne negative Folgen …

Da können wir alle beruhigt sein. Warum also den Fehler noch korrigieren, wo seine Folgen ohne Bedeutung sind? Warum überhaupt über eine solche Lappalie berichten, wenn im Prinzip alles in Ordnung ist?

Aber Verstoß ist Verstoß, oder? Gibt es trotz der fehlenden negativen Folgen eine Ahndung des Verstoßes? Wo vorher der Schreiber des Artikels so gut wie alles wusste, ist er jetzt urplötzlich mit Unwissenheit geschlagen.

Strafen bei Verstößen gibt es auf jeden Fall für Otto Normalverbraucher. Und die werden auch ordnungsgemäß und hart aber gerecht umgesetzt. Bei Großbetrieben sollte man sich so etwas noch einmal überlegen. Denn es geht ja schließlich um Arbeitsplätze, oder?

Warum diese merkelwürdige Inszenierung von Schuld und Sühne?

Es ist schon merkwürdig, wie pseudokritisch hier ein Vergehen eines Unternehmens publizistisch in sein glattes Gegenteil verwandelt wird. Da werden 14 Jahre virenbelasteter Abwässer zu einem tragischen Versehen mit Reuefall umgedeutet.

Und nicht eine Sekunde kommt dem Schreiber des Beitrags in den Sinn, dass offensichtlich 14 Jahre lang die Abwässer von Glaxo in Dresden nie kontrolliert worden sind. Wäre dies geschehen, dann hätte man die Belastung schon im ersten Jahr der vermeintlichen Fehlkonstruktion entdeckt. Oder ist es normal, dass industrielle Abwässer überhaupt nicht überwacht werden?

Und wie immer sind die Verfehlungen der Pharmaindustrie vollkommen unproblematisch und für die Bevölkerung vollkommen ungefährlich. Wie ungefährlich diese sind, das habe ich eingangs bereits erwähnt. Glaxo ist bekannt dafür, dass die Firma nicht nur die Abwässer nicht kontrolliert und dokumentiert, sondern dass dies auch bei ihren Produkten, siehe Avandia und Pandemrix, der Fall ist.

Fazit

Ob mit Grippeviren belastete Abwässer gefährlich sind oder nicht, dazu müsste man Ökologen und Infektiologen fragen. Jedenfalls darf man davon ausgehen, dass mit Covid-19 belastete Abwässer zum heutigen Zeitpunkt ein willkommener Grund für weitere einschränkende Maßnahmen sein würden.

Und man darf auch davon ausgehen, dass die Tatsache, dass 14 Jahre lang Grippeviren in die Elbe geleitet wurden, ein Beweis dafür ist, dass die Abwässer dieses Unternehmens (vielleicht auch von anderen Pharma-Unternehmen) nicht kontrolliert werden. Da fragt man sich sofort, was ist in diesen Abwässern noch außer unschädlichen Grippeviren, gegen die man unbedingt geimpft werden soll, weil sie so schädlich sind?

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Beitragsbild: 123rf.com – Olga Yastremska

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