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72 Prozent weniger Demenz – mit einer Impfung gegen Gürtelrose. So lautet eine der Schlagzeilen, die derzeit durch Medien und Fernsehsendungen geistern.

Wenn das stimmt, wäre es eine medizinische Sensation. Eine einfache Injektion – und das Risiko für eine der gefürchtetsten Erkrankungen des Alters sinkt dramatisch?

Nur: Woher kommen diese Zahlen eigentlich? Und was steckt wirklich hinter der Behauptung, dass der Varizella-Zoster-Totimpfstoff Shingrix plötzlich zum Demenzschutz taugen soll?

Ein genauer Blick auf die Studienlage zeigt schnell: Wir reden hier nicht über klinische, randomisierte, placebokontrollierte Untersuchungen. Sondern über retrospektive Datenanalysen aus elektronischen Krankenakten, über statistische Konstruktionen wie „Propensity Score“ – und über Effekte, die teilweise schon nach wenigen Monaten auftreten sollen, obwohl sich Demenz über Jahre entwickelt.

Was also haben wir hier wirklich? Eine medizinische Entdeckung – oder eine statistische Illusion mit Marketingpotenzial?

Genau das schauen wir uns jetzt nüchtern an. Was folgt, ist meine fachliche Bewertung der Studienlage – keine Tatsachenbehauptung über Wirksamkeit oder Unwirksamkeit.

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Gürtelrose und Windpocken

Windpocken werden durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst. Dieses Virus ist einer von acht Herpesviren. Das gleiche Virus ist auch für die Entstehung von Gürtelrose verantwortlich. Hier ist die Gürtelrose als eine Art „Zweiterkrankung“ einzustufen. Denn nach der Windpocken-Infektion werden nicht alle Viren komplett aus dem Organismus entfernt. Sie „verstecken“ sich entlang sensibler Nervenfasern in den Spinalganglien und werden aktiv, wenn das Immunsystem schwächelt. Das klinische Bild ist dann das der Gürtelrose. [1] [2]

Der Vollständigkeit halber noch ein paar Gedanken zu den Windpocken: [3]

Jetzt berichtete das „Arznei-Telegramm“ (Dezember 2025) von einer absolut tollen Geschichte: „MIT DEM VARIZELLA-ZOSTER-TOTIMPFSTOFF SHINGRIX GEGEN DEMENZ IMPFEN?“

Das „Arznei-Telegramm“ jedoch scheint dieser Geschichte gegenüber skeptisch zu sein. Die Autoren des Beitrags erwähnen eine noch tollere Geschichte gleich zu Beginn: ein gewisser Dr. Eckart von Hirschhausen soll in der ARD für diese Impfungen als Demenz-Killer geworben haben.

Es gab da eine Sendung für Menschen wie Du und ich mit dem Titel „Kann ich Demenz aufhalten?“, in der Hirschhausen unter anderem erzählte, dass es neue Studien gäbe, denen zufolge eine „Impfung gegen Gürtelrose…. das Demenzrisiko massiv senken kann. Wie das genau passiert, wird noch erforscht…“

Es handelt sich um genau den Hirschhausen, der Impfgegner, Impfskeptiker und alle, die nicht sofort „Hurra“ schreien, wenn es um Impfungen geht, als „asoziale Trittbrettfahrer“ bezeichnete. [4]

Er wusste sich auch in Sachen „Corona“ wichtig zu machen und die Einführung der Geninjektionen zu unterstützen. Immerhin wurde er bzw. seine „Stiftung“ von der Gates Stiftung mit zusammen 1,8 Millionen USD gefüttert. [5]

Impfungen mit neuen Indikationsbereichen

Shingrix ist in Deutschland die einzige gegen Gürtelrose erhältliche Impfung. Dazu gibt es insgesamt fünf retrospektive Kohortstudien, die aus den USA stammen und die Frage nach Impfung und Demenz untersucht haben.

Interessant ist hier, dass keine der Studien eine klinische Studie ist. Vielmehr wurden hier Daten aus elektronischen Krankenakten und Abrechnungsdaten herangezogen, um daraus eine „Studie“ zu schnitzen. Aber es wird noch besser:

Eine der Studien wird vom Shingrix-Anbieter Glaxo durchgeführt. Bei zwei anderen Studien sind „Glaxo-Berater“ mit im Spiel.

Und die statistische Auswertung klingt auch abenteuerlich. Da es keine Placebogruppe gibt, schnitzt man sich eine. Das Verfahren nennt man „Propensity Score“ und ist eine rein theoretisch-statistische Berechnung einer imaginären Placebogruppe. Dieses Verfahren versucht eine Randomisierung nachzuahmen, indem Paare von möglichst identischen Personen gebildet werden und für diese die Wirkung der Maßnahme verglichen wird.

Oder mit anderen Worten: Reine Hypothese, keine echte wissenschaftliche Untersuchung und schon gar nicht belastbare Ergebnisse.

Diese scheinen ähnlich abenteuerlich zu sein wie deren Entstehung. Eine Studie ermittelte einen Effekt von 72 % weniger Demenz nach Impfung. Überzeugend, nicht wahr? Interessant ist hier, dass der Beobachtungszeitraum in der Schingrix-Gruppe nur sieben Monate betrug, der in der simulierten Kontrollgruppe ganze 23 Monate. Könnte es sein, dass in 23 Monaten mehr Fälle auftreten als in sieben Monaten. So war sichergestellt, dass neben der seltsamen Statistik auch noch die Fallzahlen in der Impfung-Gruppe geringer ausfielen, weil man den Beobachtungszeitraum verkürzt hatte. Überzeugend, nicht wahr?

In den vier anderen Studien wird Shingrix gegen andere Impfungen verglichen. Auch hier gibt es „überzeugende“ Ergebnisse. Dafür dürften die „Glaxo-Berater“ mitgesorgt haben.

Das „Arznei-Telegramm“ jedoch sieht hier keine wirklich aufsehenerregenden Beweise für eine derartige Wirksamkeit. Vielmehr sprechen die Autoren von Störfaktoren und Verzerrungseffekten, wie z.B. den „Healty-User-Effekt“, wo eine gesündere Lebensführung in der einen Gruppe das unterschiedliche Ergebnis zur Vergleichsgruppe signifikant beeinflusst. So etwas sei von keiner der hier durchgeführten Arbeiten berücksichtigt worden.

Wie kann die Gürtelrose-Impfung Demenz verhindern?

Was ist in der Impfung, das die Entwicklung von Demenz verhindern kann? Und wie sieht der Mechanismus aus? Auf diese Frage gibt es bislang nur eine Antwort: „Keine Ahnung!“

Und jetzt wird es noch mal eine Stufe abenteuerlicher. Jetzt sollen ausgerechnet die Wirkverstärker, die sonst in erster Linie für die Verursachung der Nebenwirkungen bekannt sind, die erlösende Komponente sein. Zu den Wirkverstärkern hatte ich diesen Beitrag gebracht: [6]

Das klingt wie das Motto „Wenn ich keine Erklärung habe, dann erfinde ich eine“. Und sei sie noch so abenteuerlich. Hauptsache man kann die Impfung gegen Demenz verkaufen und noch mehr Umsatz machen.

Diese „Entdeckung“ ist natürlich eine Steilvorlage für andere Impfungen mit besagtem Wirkverstärker. Arexvy, eine Impfung gegen RSV, sprang auf den gleichen Zug und ließ schnell berechnen, dass die Gabe für eine Verlängerung der Zeit bis zur Demenzdiagnose gegenüber der Grippeimpfung von 29 % sorgte. Warum Grippeimpfung? Und nicht ohne Impfung, also placeboähnlich? Sehr wahrscheinlich, weil Studien und solche, die vorgeben, welche zu sein, traditionell ohne Placebo durchgeführt werden. Warum sollte man das ändern, wenn auf diese Weise die Ergebnisse herausgeleiert werden, die man haben möchte?

Eine weitere Hypothese, warum so schöne Zahlen herausgesprungen sind, ist die Verhinderung von Gürtelrose durch die Impfung. Oder mit anderen Worten: die Impfung verhindert Gürtelrose und diese Verhinderung verhindert Demenz. Dann müssten die wenigen ohne virale Belastung und vor allem die ohne Symptomatik, aber mit Belastung ein deutlich geringeres Risiko für Demenz haben. Haben sie das? „Keine Ahnung“.

Die Autoren vom „Arznei-Telegramm“ kritisieren, dass der Effekt der Verringerung bereits innerhalb weniger Monate auszumachen ist, was im Vergleich zur Entwicklung von Demenz rasend schnell ist und deshalb kaum etwas damit zu tun haben kann.

Was denken die Autoren vom „Arznei-Telegramm“ abschließend?

Sie gehen davon aus, dass ein kausaler Zusammenhang nur durch randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte = klinische Studien aufgezeigt werden kann. Daher sollten die Impfstoffe keinesfalls diese Indikationserweiterung erfahren und nicht zur Demenzprophylaxe zum Einsatz kommen…. „und schon gar nicht hierfür in einer Fernsehsendung propagiert werden“.

Ganz meine Meinung!

Fazit

Es ist wie im Tollhaus! Da gibt es Beobachtungen und Vermutungen, wo eine Impfung um 17, 27, 32 oder 72 % Demenz verhindern bzw. verlangsamen könnte. Man weiß zwar nicht, wie diese „Wirkung“ zustande kommt. Aber man macht schon fleißig Werbung in den Medien, ganz ohne klinische Studie und sieht die Vermutung schon als „Beweis“ an. So sieht also „evidenzbasierte Medizin“ aus?

Bei den Nebenwirkungen der Corona-Genspritzen, die je nach Störung eine Steigerung von Hunderten oder sogar Tausenden von Prozenten erfuhren, werden diese Entwicklungen dann aber als „nicht kausal“ eingestuft. Oder mit anderen Worten: Wenn Impfungen etwas zu 17 oder 72 % verbessern, dann ist das per se schon signifikant und kausal. Wenn Impfungen eine erhöhte Nebenwirkungsrate von Hunderten und Tausenden von Prozenten haben, dann muss das Zufall sein und ist keinesfalls kausal zusammenhängend.

Noch Fragen?

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Quellen:

Bildquelle: fotolia.com – Billionphotos

Sind die „Coronaimpfungen“ verantwortlich für die Entstehung von Gürtelrose? Gibt es da überhaupt einen Zusammenhang? Wenn ja, welchen? Oder ist das alles nur „Zufall“, wenn die Medien berichten, dass nach „Coronaimpfungen“ gehäuft Fälle von Gürtelrose auftauchen?

Was ist Gürtelrose?

Herpes zoster (Gürtelrose) im Brustbereich bei einem 56-jährigen Asiaten. Mehrer Dermatome sind betroffen.

Die Gürtelrose ist eine Folge einer Infektion mit dem Windpocken-Virus, dem Varizella-Zoster-Virus, welches mit dem Herpes-Virus verwandt ist. Diese Viren verursachen nicht nur die Kinderkrankheit „Windpocken“, sondern können sich nach deren Überwindung in den Gliazellen der Rückenmarksnerven und Hirnnerven einnisten. Dort sind sie vor Angriffen des Immunsystems relativ gut geschützt. Die gute Nachricht ist hier, dass die Viren in ihrem „Versteck“ kein Unheil anrichten.

Anders sieht es aus, wenn ein geschwächtes Immunsystem die Viren nicht mehr in Schach halten kann. Dann kommt es zur Aktivierung und Vermehrung, verbunden mit der entsprechenden Symptomatik, wie ich dies in meinem Beitrag gezeigt habe:

Die Übertragung der Gürtelrose erfolgt durch Schmierinfektionen. Dazu muss man aber selbst mit den bereits offenen und nässenden Hautbläschen in Kontakt kommen. Das heißt mit anderen Worten, dass die überwiegende Anzahl von Erkrankungen nicht auf Neuinfektionen zurückgeht, sondern dass es sich hier um alte Infektionen handelt, die durch entsprechende Faktoren reaktiviert wurden. Denn kein normaler Mensch wird eine symptomatische Gürtelrose einfach ignorieren, sondern vielmehr den entsprechenden Sicherheitsabstand wahren oder, falls in einem Heilberuf tätig, die Patienten mit den notwendigen Sicherheitsvorkehrungen versorgen.

Wenn also eine Gürtelrose eine bereits bestehende „asymptomatische“ Infektion mit Herpes-Viren ist, wie kommt es dann zur Ausbildung der Symptome?

Wie bereits erwähnt, „verstecken“ sich die Viren in Nervenzellen, wo sie inaktiv, aber nicht „tot“ sind. Der bedeutendste Faktor, der die Viren an einer Aktivierung hindert, ist ein intaktes Immunsystem. Schwächelt dieses Immunsystem, bedingt durch eine Reihe von Möglichkeiten (Stress, andere Erkrankungen, Immunsuppressiva etc.), dann nutzen sie die Gunst der Stunde und vermehren sich mit den bekannten, sichtbaren Symptomen.

Wenn das Immunsystem schwächelt, dann…

Hier gibt es jetzt den Brückenschlag zu den „Coronaimpfungen“. Denn wie es aussieht, sind nicht nur Stress, andere Erkrankungen etc. in der Lage, das Immunsystem so zu schwächen, dass die Viren Oberwasser gewinnen können. Wie es aussieht sind auch die „Coronaimpfungen“ zu den Immunsuppressiva zu zählen. Und das würde die Beobachtung einer häufigen Inzidenz von Gürtelrose nach „Coronaimpfungen“ einigermaßen logisch erklären.

Zum Thema „Coronaimpfungen“ und Immunsystem bzw. deren außerordentliche Potenz, das Immunsystem zu schwächen, habe ich in einer Reihe von Beiträgen einiges an Material zusammengetragen:

Also: Gibt es hier einen Zusammenhang? Oder ist alles wieder einmal nur Zufall?

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Eindeutige Studien mit eindeutig zweifelhaften Ergebnissen

Selbstverständlich nimmt sich die Medienlandschaft auch dieses Problems an. T-Online zum Beispiel fragt allen Ernstes in einem Beitrag vom September 2021, ob Gürtelrose nach Corona-Impfung eine neue Nebenwirkung oder nur Zufall sei [1]. Hier kommt man zu einer grotesken Schlussfolgerung:

Die Gürtelrose wird also bislang als unerwünschte Reaktion von besonderem Interesse angeführt, aber nicht als Nebenwirkung der Impfung eingestuft.

Auch Experten sehen keinen direkten Zusammenhang bestätigt. Der Epidemiologe Professor Timo Ulrichs erklärte dazu „ntv“: ‚Einen direkten Zusammenhang kann man aber ausschließen‘.

Eine unerwünschte Reaktion? Worauf, wenn nicht auf die Gen-Injektion? Was ist der Unterschied zwischen einer unerwünschten Reaktion und einer Nebenwirkung? Ich schätze, für T-Online und die hier zitierten „Experten“ dient die Neudefinition dieser Begriffe ausschließlich dazu, ein Szenario zu erstellen, um die „Impfungen“ aus der Schusslinie zu nehmen.

Auch die „Pharmazeutische Zeitung“ sah im November 2022 keinen Hinweis auf Gürtelrose nach „Coronaimpfungen“ [2]. Hier ziert der Autor sich nicht mit irgendwelchen Abwägungen, sondern kommt sofort in der Überschrift zum Thema und zur Schlussfolgerung.

Denn es gibt ja auch eine tolle Studie, die das hat belegen können. Die wurde im November 2022 in der JAMA veröffentlicht [3].

Das Interessante an dieser Studie ist, dass es sich auch hier wieder einmal nicht um eine Studie handelt, die dem „goldenen Standard“ (prospektiv, Placebo kontrolliert, doppelblind, randomisiert) entspricht. Vielmehr hat man hier auf anonymisierte Daten einer Firma zurückgegriffen, die mit Daten handelt. Diese Firma hat über 160 Millionen elektronische Patientenakten. Insgesamt wurden Daten von über 2 Millionen Teilnehmern in die Studie aufgenommen.

Und diese Daten wurden praktisch mit sich selbst verglichen. Wie geht das?

Alle Teilnehmer hatten im Zeitraum von Dezember 2020 bis Juni 2021 mindestens eine Injektion mit einer „Coronaimpfungen“ erhalten. Also untersuchten die Autoren die Häufigkeit von Gürtelrose vor dem Dezember 2020 mit der Häufigkeit von Gürtelrose nach Erhalt der letzten Gen-Injektion, aber auch nur für den Zeitraum von 30 Tagen nach der Injektion.

Da haben wir schon einen Trick, um die Häufigkeiten von Gürtelrose nach der Gen-Injektion zu drosseln: Während der Evaluationszeitraum vor der Injektion 270 Tage betrug, wurde er nach der Injektion auf nur 30 Tage gekürzt, was jedes weitere Ereignis nach diesem Zeitraum ausblendete.

Aber dieser Trick schien den Autoren nicht gereicht zu haben, möglichst zuverlässig ein gewünschtes Resultat zu erreichen. Vielmehr wurden alle die Teilnehmer aus der Analyse ausgeschlossen, bei denen eine bestehende Diagnose für Herpes Zoster vorlag.

Dies ist umso verwunderlicher, wenn man sich vor Augen hält, dass das Gros der Infektionen bereits im Kindesalter (Windpocken) erfolgt(e) und ein „Ausbruch“ der Infektion das Resultat eines geschwächten Immunsystem ist. Der Ausschluss dieser Teilnehmer kann also nur bedeuten, dass die Studie primär Neuinfektionen erfasst, die in diesem Alterssegment (Durchschnittsalter 43,2 Jahre) eher Seltenheitswert haben.

Kein Wunder also, dass von über 2 Millionen Teilnehmern nur 1451 Teilnehmer eine Gürtelrose-Diagnose erhielten. Das entspricht einem prozentualen Anteil von 0,7 Prozent. Wenn man den Ausführungen von „Medscape“ [4] glauben darf, dann weisen 95 Prozent der Erwachsenen in den USA Antikörper gegen das Gürtelrose-Virus auf. Es sind sogar 99,5 Prozent aller Erwachsenen über 40 Jahre, die Antikörper haben. Und aufgrund einer nachlassenden Immunleistung entwickeln 4 Prozent in einem höheren Lebensalter sich wiederholende Episoden von Gürtelrose. Interessant auch der dezidierte Hinweis, dass eine immer wieder auftauchende Gürtelrose praktisch ausschließlich bei Menschen vorkommt, die ein schwaches Immunsystem aufweisen.

Fast noch interessanter ist der Hinweis, dass die Patienten eine langanhaltende, verstärkte, zellvermittelte Immunitätsreaktion auf das Gürtelrose-Virus (neben den spezifischen Antikörpern) entwickelt haben, was den Sinn einer Herpes-Zoster-Impfung infrage stellt.

Wie also kann es kommen, dass bei der Bevölkerung, die eine Diagnose für Gürtelrose in einem Bereich von 4 Prozent aufweist, in einer Studie nur 0,7 Prozent an Diagnosen beobachtet werden kann? Diese Diskrepanz kann man sich nur erklären, wenn die 4,0 Prozent die Prävalenz, die 0,7 Prozent nur die Inzidenz (Neuinfektionen) beschreiben.

Sind hier durch den Trick, bei dem Äpfel mit Bananen bzw. Prävalenz mit Inzidenz verglichen wurde, 3,3 Prozent der Diagnosen unter den Tisch gefallen? Wäre es möglich gewesen, dass unter Einbeziehung aller Teilnehmer, mit und ohne vorhergehender Diagnose, auch in dieser Studie das Ausmaß an Gürtelrosen-Rezidiven beobachtet worden wäre, welches in den Praxen der Ärzte beobachtet wurde?

Ein weiterer Hinweis auf diese Möglichkeit ist, dass die übliche Inzidenzrate in den USA bei 0,4 Prozent lag. In der vorliegenden Studie liegt sie nach Gen-Injektionen fast doppelt so hoch.

Besonders unverständlich dann noch der Versuch dieser Studie, doch noch etwas mehr Glaubwürdigkeit zu gewinnen, indem man das Datenmaterial mit Datenmaterial für Influenza-Impfungen verglich und auch dort zu merkwürdigen „beruhigenden Ergebnissen“ gelangte.

Denn interessant ist hier beim Vergleich mit Influenza-Impfungen, dass die Unterschiede aus der Zeit vor der Gabe der „Coronaimpfungen“ angeblich keine signifikante Erhöhung der Gürtelrose-Zahlen lieferte, obwohl die P-Werte für die Unterschiede nach der ersten Dosis <0,001 und nach der zweiten Dosis <0,001 Signifikanz zeigten, was laut Regeln der Biostatistik als „extrem signifikant“ bewertet wird.

Einfach toll, wie man hier signifikante Unterschiede ohne weitere Erklärung und Begründung als ohne Bedeutung eingestuft hatte. Aber es galt ja offensichtlich, ein bestimmtes Wunschergebnis zu erreichen. Da haben sich die Damen und Herren „Experten“ auch nicht von statistischen Signifikanzen abbringen lassen.

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Eine unschöne Studie

Im Juli 2022 erschien eine „Nachbetrachtung“ [5], die in einem wissenschaftlichen Journal veröffentlicht wurde. Gleich zu Beginn stellt er fest:

Von verschiedenen Impfungen ist bekannt, dass sie Varizella-Zoster-Viren reaktivieren können. Auch für die verschiedenen COVID-19-Vakzine gilt, dass geimpfte Personen ein erhöhtes Risiko für Herpes zoster haben, wie eine Datenbankanalyse zeigt.

Weiter führt er in perfekter Gender-Formulierung aus, dass es Daten aus einer deutschen Datenbank mit über 250 Millionen Patienten(*innen!) aus 19 Ländern gibt, wo nachgeschaut wurde, ob es hier ein erhöhtes Risiko gibt. Hier wurden dann 1,1 Millionen Patienten in die Analyse aufgenommen. Voraussetzung war, mindestens einmal einen Corona-“Impfstoff“ erhalten zu haben.

Als Kontrollgruppe wurde in diesem Fall nicht der Zustand dieser Leute vor ihrer Gen-Injektion genommen. Vielmehr wurde jedem „Geimpften“ ein „Ungeimpfter“gegenübergestellt, der zwischen 2019 und 2021 zum Arzt gegangen war und vergleichbare Risikofaktoren aufwies. Hier lag das Durchschnittsalter bei 54 Jahren.

Resultat:

„Geimpfte“ – innerhalb von zwei Monaten nach Erhalt der Gen-Injektion gab es 2204 Patienten mit einer Gürtelrose.

„Ungeimpfte“ – innerhalb von zwei Monaten entwickelten hier 1223 Patienten eine Gürtelrose.

Auch hier beziehen sich die Werte nicht auf eine Prävalenz, sondern in beiden Fällen auf die Inzidenz, die bei den „Geimpften“ bei 0,2 Prozent lag, während die Inzidenz bei den „Ungeimpften“ bei 0,11 Prozent lag, also fast halb so hoch.

Der Autor zitiert die „Forschenden“, dass auch Infektionen zu einer Virus-Reaktivierung führen können, was für mich unverständlich ist, weil wir dann von einer bereits seit langem bestehenden Infektion reden, also von einer Prävalenz und nicht mehr von einer Inzidenz. Genau deshalb sollen sich angeblich die „Patient*innen“ gegen Gürtelrose impfen lassen.

Endlich haben wir hier gendergerecht die notwendig richtige Interpretation in die richtige Richtung, nämlich Impfung. Obwohl der Autor im anschließenden Fazit und gerade mal zwei Sätze später verlauten lässt, dass absolut betrachtet die Inzidenz mit 0,2 Prozent nach wie vor sehr niedrig läge und daher in keinem Verhältnis zum Nutzen der Immunisierung stünde.

Interpretiere ich das jetzt richtig, dass der Autor die Immunisierung für überflüssig hält, da die Inzidenz einfach zu gering ist, um diese mit Impfungen noch kleiner machen zu können?

Fazit

Auch bei der Gürtelrose, besonders im Zusammenhang mit „Coronaimpfungen“, gibt es die seltsamsten und sonderbarsten Bemühungen, als Studie getarnt, um die Gen-Injektionen auch hier von jedem Makel zu befreien. Dazu werden sogar in Kindergartenmanier signifikante Ergebnisse als insignifikant „interpretiert“ und Prävalenz-Bananen mit Inzidenz-Äpfeln verglichen.

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Quellen: 

[1] Gürtelrose nach Corona-Impfung: Neue Nebenwirkung oder Zufall?
[2] Kein Hinweis auf Gürtelrose nach Corona-Impfung
[3] Assessment of Herpes Zoster Risk Among Recipients of COVID-19 Vaccine | Infectious Diseases | JAMA Network Open | JAMA Network
[4] Herpes Zoster: Practice Essentials, Background, Pathophysiology
[5] Gehäuft Gürtelrose nach Coronaimpfung – PMC 

Beitragsbild: Bild erstellt mit KI